+++ Aktuelles im Überblick +++

  • aktueller Verordnungsentwurf liegt vor - Stellungnahmen der Verbände bis Ende 11/2017 erfolgt
  • Weiterbildungspflicht von 15 Std. jährlich für Vermittler greift
  • Für 2018 gilt eine Pflicht von 12,5 Std. Weiterbildung



Aktuelle Informationen zur Umsetzung der IDD

 

Bis 23. Februar 2018 muss die Richtlinie (EU) 2016/97  zum Versicherungsvertrieb in deutsches Recht umgesetzt werden. Damit werden die erforderlichen Änderungen in der Gewerbeordnung (GewO) und im Versicherungsvertrags- und Versicherungsaufsichtsgesetzt umgesetzt.

Das Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie sowie den Referentenentwurf können Sie hier nachlesen: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Der Verordnungsentwurf zur Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie, der die Ausgestaltung der neuen Weiterbildungspflicht regeln soll, liegt in einer ersten Version bereits vor. Die Stellungnahme des GDV und BWV können Sie hier nachlesen. 

 

Was bedeutet das konkret für Mitarbeiter im Versicherungsvertrieb?

Das Gesetz sieht vor, dass sich Mitarbeiter im Versicherungsvertrieb ab 23.02.2018 jährlich 15 Std. weiterbilden. Für das laufende Jahr werden 12,5 Stunden gefordert.

 

Regelmäßige Weiterbildungspflicht

Die neue Verpflichtung zur regelmäßigen Weiterbildung für Vermittler greift nach neuestem Stand auch für alle Mitarbeiter, die vertrieblich tätig sind. Nach IDD umfasst der Versicherungsvertrieb

  • die Beratung
  • das Vorschlagen und Vorarbeiten zum Abschluss eines Versicherungsvertrages
  • das Abschließen von Verträgen
  • sowie das Mitwirken bei der Verwaltung und Erfüllung (auch im Schadenfall).

Mit den jährlich 15 verpflichtenden Weiterbildungsstunden soll sichergestellt werden, dass alle Vertriebsbeteiligten über die notwendige Sachkunde verfügen und immer auf dem aktuellsten Wissensstand sind.


Zielgruppe - für wen sollen die Regelung gelten? 

Die folgenden Personengruppen unterliegen der gesetzlichen Weiterbildungspflicht im Rahmen der IDD-Umsetzung in deutsches Recht:

  • Ausschließlichkeitsvermittler: Versicherungsvermittler nach § 34d Abs. 1, Nr. 1 GewO
  • Angestellter Außendienst: Angestellte eines Versicherungsunternehmens/Werbeaußendienst nach § 17 Abs. 3 MTV
  • Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1, Nr. 2 GewO
  • Mehrfachagent: Versicherungsvertreter mehrerer Versicherungsunternehmennach § 34d Abs. 1, Nr. 1 GewO
  • Versicherungsberater nach § 34d Abs. 2 GewO
  • Mitarbeiter eines Vermittlers: Mitarbeiter eines Versicherungsunternehmens oder Vermittlerbetriebs (auch Sparkassen / Banken) nach § 34d Abs. 9 GewO und § 48 VAG
  • Vertrieblich Tätige eines Versicherungsunternehmens (Innendienst/Service Center): Unmittelbar oder maßgeblich am Versicherungsbetrieb beteiligte Angestellte eines Versicherungsunternehmens nach § 48 Abs. 2 VAG
  • Leitungspersonen nach § 34d Abs. 9 Satz 2 GewO und § 48 Abs. 2 VAG 


Auswirkungen für Versicherungsunternehmen

Für Versicherungsunternehmen und deren Mitarbeiter findet das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) Anwendung. Zur Definition von Versicherungsvertrieb verweist der VAG-Entwurf auf die Vorschriften der IDD.

Arbeitet ein Versicherungsunternehmen mit Gewerbetreibenden (sog. gebundenen Vermittlern zusammen) und übernimmt deren Haftung, muss es deren Zuverlässigkeit, die geordneten Vermögensverhältnisse und die zur Vermittlung der jeweiligen Versicherung angemessene Qualifikation sowie die regelmäßige Weiterbildung sicherstellen.  

Auswirkungen für Gewerbetreibende

In der Gewerbeordnung wird künftig der erweiterte Begriff der Versicherungsvermittlung definiert - es gibt keine Unterscheidung mehr zwischen Versicherungsmakler, Versicherungsvertreter und Versicherungsberater.

Die Versicherungsvermittlung umfasst Mitarbeiter, die

  • bei der Verwaltung und Erfüllung von Versicherungsverträgen (auch im Schadenfall) mitwirken
  • Informationen über einen oder mehrere Versicherungsverträge aufgrund von Kriterien, die ein Versicherungsnehmer über eine Webseite oder andere Medien wählt, bereitstellen
  • die Erstellung einer Rangliste von Versicherungsprodukten sowie von Preis- und Produktvergleichsportalen mit der Möglichkeit eines Vertragsabschlusses beteiligt sind.

In der Gesetzesbegründung wird vom Begriff der Versicherungsvermittlung entsprechend Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe b der EU-Richtlinie die Schadensregulierung und die Sachverständigenbegutachtung von Schäden ausgenommen.

Gewerbetreibende dürfen unmittelbar bei der Vermittlung und Beratung mitwirkende Personen nur beschäftigen, wenn sie deren Zuverlässigkeit geprüft haben und sicherstellen, dass diese Personen über die für die Vermittlung der jeweiligen Versicherung sachgerechte Qualifikation verfügen.