Bilanzierung und Unternehmenssteuerung für kleine Versicherungsunternehmen,

regulierte Pensionskassen und Versorgungswerke

  • Konzept

    Deutsche Versicherungsunternehmen werden aufsichtsrechtlich danach getrennt, ob sie unter Solvency II fallen oder nicht. Die sogenannten „kleinen“ Versicherer, sowie in der Lebensversicherung die sogenannten Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV), also zum Beispiel die Pensionskassen, fallen daher nicht unter Solvency II, sondern unter Solvency I oder unter die EbAV II-Richtlinie. Für sie gelten daher andere Regelungen, die es zu beachten gilt. Hierzugehört beispielsweise die Anlageverordnung (AnlV bzw. PFAV), welche qualitativ und quantitativ die zulässigen Investitionsmöglichkeiten vorgibt. 

    Ein weiterer Aspekt dieser Regelungen sind die zulässigen aktuariellen Rechnungsgrundlagen, die in der Produktkalkulation verwendet werden. Für regulierte Unternehmen mit der Genehmigung durch die BaFin gibt es einen grundsätzlich anderen Ansatz mit enormen Konsequenzen auf das Risikoprofil und die Produkte. 

    Die aufsichtsrechtlichen Vorgaben und Reportinganforderungen prägen das Risikoverständnis und die Unternehmenssteuerung. Daher wird auch thematisiert, inwiefern die fehlende Marktwertorientierung von Solvency I Auswirkungen auf die Unternehmenssteuerung hat. 

    Im ersten Teil des Seminars werden gezielt die aufsichtsrechtlichen und regulatorische Besonderheiten, für Unternehmen, die nicht unter Solvency II fallen, betrachtet. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Bereichen Bilanzierung, Kapitalanlage und Unternehmenssteuerung. 

    Der zweite Teil konzentriert sich auf die Grundlagen der Rechnungslegung. Die HGB-Bilanzierungsregeln gelten unabhängig von Solvency I oder II. Es werden die Grundlagen gelegt für das Verständnis der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Besonderheiten des HGB werden abgegrenzt zur Marktwertsicht unter Solvency II. Unternehmenssteuerung, indem zuerst ausgehend von der HGB-Bilanz die wesentlichen HGB-Kennzahlen vorgestellt werden. Eine Analyse der Schwächen einer reinen HGB-Sicht in der Unternehmenssteuerung und wie diese abgemildert werden können beschließßt das Seminar.. 

    Das Seminar richtet sich speziell an Mitarbeitende der „kleinen“ Versicherungsunternehmen mit Spartenschwerpunkt Lebensversicherung, regulierten Pensionskassen und Versorgungswerke und im allgemeinen Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV) aus den Bereichen Rechnungswesen, Controlling, Unternehmenssteuerung, Finanzen, Kapitalanlagen, Aktuariat, Recht und deren Geschäftsführer.  

  • Ziele / Nutzen

    Die Teilnehmenden

    • lernen die Besonderheiten für Unternehmen kennen, die nicht unter Solvency II fallen,
    • verstehen die aufsichtsrechtlichen Besonderheiten für kleine Versicherungsunternehmen, regulierte Pensionskassen und Versorgungswerke,
    • verstehen die ökonomischen Auswirkungen der Regulierung,
    • können die Unternehmenssteuerung an diese besondere Unternehmenssituation anpassen.
  • Inhalte

    Aufsichtsrechtliche Anforderungen SI-Unternehmen / EbAV

    • Rechtsquellen
    • Begriffsdefinitionen: kleine Versicherungsunternehmen, regulierte Pensionskassen, Versorgungswerke, Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAV)
    • Anlagegrundsätze nach Anlageverordnung / PFAV
    • Berichtswesen Solvency I-Unternehmen
    • EIOPA-Anforderungen EbAV
    • Mindestanforderungen Geschäftsorganisation (MaGo) und Eigene Risikobeurteilung (ERB)
    • Solvency I, EbAV II
    • Aktuarielle Rechnungsgrundlagen
    • Anlagegrundsätze
    • Anlagekatalog AnlV
    • VAG-Reporting und EU-Berichtswesen

     

    Rechnungslegung nach HGB und Unternehmenssteuerung in Versicherungsunternehmen

    • Bilanz und GuV
    • §341 HGB: spezielle Bilanzierungsvorschriften für Versicherer
    • Wesentliche Aktiva: Kapitalanlagen / Niederstwertprinzip
    • Wesentliche Passiva: Versicherungstechnische Rückstellungen / Höchstwertprinzip
    • Bilanzielle Unternehmenssteuerung
    • Brücke zwischen HBG und Solvency II
  • Teilnahmeinformationen

    Zielgruppe:

    Mitarbeitende von Unternehmen, die nicht unter Solvency II fallen, insbesondere aus den Bereichen Rechnungswesen, Controlling, Unternehmenssteuerung, Finanzen, Kapitalanlagen, Aktuariat, Recht und Geschäftsführer.

     

    Durchführung:

    Diese Qualifizierung wird als Online-Seminar durchgeführt. Die Teilnehmer nehmen an ihrem PC teil und werden per Mail eingeladen. Sie benötigen dafür eine stabile Internetverbindung, eine Webcam und ein Headset (hören/sprechen). Bei Problemen oder Nichtverfügbarkeit des Internets ist auch eine rein telefonische Teilnahme möglich.

     

    Unsere Datenschutzhinweise für Teilnehmer:innen finden Sie hier.

Web-Code
V7589
Preis

490,00 € netto
583,10 € brutto

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